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Mit KI-Doppelgängern zum erfolgreichen Event
Bei der KnoWhere 2026 zeigte Jan Filipzik von VOK DAMS worldwide auf, warum Veranstaltungen neu gedacht werden müssen
70% des Social Media-Contents wird aktuell mit KI generiert. Die Folgen sind ein Überangebot an Gleichförmigkeit, beliebige, austauschbare Inhalte und eine neue Form von Leere. Das Nervensystem reagiert darauf mit schleichender Erschöpfung. Die Aufnahmebereitschaft sinkt, das Maß an Selektivität steigt – allein schon aus Selbstschutz. Doch es gibt Mittel und Wege, der Übersättigung ein Schnippchen zu schlagen.
„Aus Selbstschutz werden wir härter. Das betrifft auch die Bereitschaft, sich auf Events einzulassen“, so die Diagnose von Jan Filipzik bei der KnoWhere 2026 im Wien Museum. Filipzik ist Marketing- und AI-Experte bei VOK DAMS worldwide, eine der weltweit führenden Agenturen für Eventmanagement und Live Kommunikation. In seiner Keynote beim Netzwerktreffen der MICE-Branche zeigte er aktuelle Trends auf und was diese für Events bedeuten.
Misstrauen wächst
So wächst das Misstrauen gegenüber Marken generell. Die Menschen glauben das Markenversprechen erst nach dem Erlebnis. Genau hierin liegen die Chancen, aber auch die Risiken von Events, denn dieses Misstrauen
- macht Events relevant,
- aber auch zum Prüfstein
- für die Frage: Ist das Produktversprechen tatsächlich da?
Wer hier allein auf Social Media setzt, wird enttäuscht. Denn Algorithmen und Big Tech sind Gatekeeper, entscheiden, was Menschen zu sehen bekommen, und lassen sich dies entsprechend bezahlen.
Aber, so Jan Filipzik wörtlich: „Das nutzt nix.“ Denn:

Was also tun? Entscheidend seien „echte Momente, nicht kuratierte Momente“. Laut Jan Filipzik geht diese Haltung auf das „Lagerfeuerdenken“ zurück.
Hier kommt das sogenannte „IRL Marketing“ ins Spiel, das „In Real Life Marketing“. Das sind Marketingmaßnahmen, die Marken im physischen, analogen Raum erlebbar machen, um emotionale Verbindungen zu schaffen und digitale Müdigkeit zu bekämpfen. Z.B. Pop-up-Stores, Events, Guerilla-Marketing …
Es empfiehlt sich also durchaus, wieder auf Events zu setzen. Allerdings gilt: Die Präsenz auf einem Event ist eine bewusste Entscheidung. Sie ist ein Invest – von den Teilnehmenden. Die Frage lautet: Lohnt es sich für mich, diesen Event zu besuchen?
Das bedeutet, dass Eventplaner in die Rolle der potentiellen Teilnehmenden schlüpfen und deren Perspektive einnehmen müssen. Die da lautet: „Bringt mich das weiter?“
Denn das ist genau die Frage, die sich Menschen stellen, bevor sie sich zu einem Event anmelden und nochmals, bevor sie tatsächlich hingehen.
Für die Eventplanung heißt das konkret:
- Mittelmaß fällt durch.
- Was aber nicht heißt, dass Events vollgepackt und überfrachtet werden müssen.
- Denn: Menschen suchen keine zusätzlichen Reize, sondern Ordnung.
- Menschen suchen Klarheit
- Es entwickelt sich ein Gegentrend zu Social Media, junge Menschen suchen analoge Events.
- Menschen wollen eine Rolle haben, Teil vom Ganzen sein
- Slow Events werden populär (vgl. Z.B. Morgenclubbings oder Abendclubbings mit Yoga, Meditation usw.)
- Ein Event kann vertiefen, aber auch das Gegenteil erreichen.

Klarheit, so Jan Filipzik, seit hier die wichtigste Kompetenz. Die Fragen lauten:
- Wenn will ich erreichen?
- Was sollen Menschen nach dem Event anders machen?
Um die 2. Frage zu beantworten, hat VOK DAMS die KI-Doppelgänger erfunden. Diese Doppelgänger werden mit Daten, vor allem mit Werten der Zielgruppe gefüttert. Auf diese Weise können die KI-Doppelgänger ziemlich genau vorhersagen, wie die Menschen reagieren werden. Damit hilft die KI dabei, bei einem Event Risiken zu reduzieren und Entscheidungen zu erleichtern. Man beantwortet die Fragen bei der Planung also nicht nach dem Bauchgefühl, sondern lässt sie von den KI-Doppelgängern beantworten.
Fazit:
- Social Media und KI führen nicht dazu, dass die Menschen weniger wahrnehmen.
- Social Media, insbesondere kombiniert mit KI, erzeugt allerdings eine viel kritischere Wahrnehmung.
- Am Ende zählen die echten Erlebnisse.
- Um die Menschen dafür zu begeistern, können KI-Doppelgänger im Vorfeld die Treffsicherheit erhöhen und das Risiko minimieren.
Text und Fotos: © Dr. Neureiter-PR