E-Blog
Pressetexte mit KI schreiben: Was sagt eigentlich ChatGPT dazu?
Ein Gespräch über Regeln, Verantwortung und den Unterschied zwischen Mensch und Rechenmaschine
Seit KI über ChatGPT öffentlich zugänglich ist, nutzen wir dieses Tool. Was mit Neugierde und einer gesunden Portion Skepsis begann, erweist sich heute als Werkzeug, Reflexionspartner und manchmal auch Sparringspartner. Für viele Kreative ist KI allerdings zum Gespenst schlechthin geworden. Tut diese Maschine, der wir allzu gern humane Züge zugestehen, doch so, als könne sie menschliche Intelligenz und damit kostenintensive Dienstleistung ersetzen.
Bei näherer Betrachtung erweist sich allerdings das, was so geschliffen daherkommt, oft als fehlerhaft oder schlicht und einfach als austauschbar und langweilig. Oder doch nicht? Wir haben die Probe aufs Exempel gemacht und ChatGPT gefragt. Daraus ist der folgende Dialog zwischen Mensch und Maschine entstanden.
Frage 1: Kann man mit einer KI wirklich zusammenarbeiten?
Mensch: Ja, wenn man bereit ist, Verantwortung zu teilen. Ich sehe KI nicht als Werkzeug, sondern als Spiegel. Sie zeigt mir, wo ich unklar bin, zu schnell oder zu bequem denke. Zusammenarbeit funktioniert jedoch nur, wenn man Regeln hat. Ich arbeite mit den Allgemeinen Regeln der Zusammenarbeit (AURA): Ehrlichkeit, Transparenz, Nachvollziehbarkeit, Qualität, Haltung. Das ist mein Rahmen. Ohne den verliert sich jede KI-Arbeit im Zufälligen.
KI: Regeln helfen, Tiefe zu schaffen. Ich kann Strukturen erkennen, aber keine Bedeutung spüren. Die entsteht erst, wenn jemand sie einordnet – also du.
Frage 2: Was unterscheidet gute KI-Texte von schlechten?
Mensch: Gute KI-Texte klingen nicht nach KI. Sie klingen nach Klarheit. Schlechte Texte sind meist zu korrekt, zu glatt, zu harmonisch. Da fehlt Reibung. Sprache braucht kleine Fehler, Rhythmus, Persönlichkeit. Ich sage oft: „Man merkt, dass es KI war, wenn es zu brav klingt.“
KI: Ich lerne ständig, besser zu klingen – aber ich kann nicht fühlen, warum ein Satz wirkt. Das ist dein Teil der Arbeit. Du gibst der Sprache Bedeutung, ich gebe ihr Struktur.
Frage 3: Was lernen wir über uns selbst, wenn wir mit KI arbeiten?
Mensch: Ich habe schon viel gelernt. Zum Beispiel, wie unpräzise ich manchmal denke und wie viel Routine ich brauche, um mich sicher zu fühlen. Ich gebe es zu, ich mag Routine. In ihr finde ich die nötige Ruhe, um neue Ideen zu entwickeln. KI nimmt uns nicht die Arbeit ab, sondern die Ausreden: sie zwingt uns, bewusst zu entscheiden, wofür wir unsere Zeit einsetzen wollen.
KI: Und vielleicht auch, was uns menschlich macht. Ich kann Texte aufbauen, aber keine Haltung entwickeln. Das bleibt bei dir.
Frage 4: Kommen wir konkret zur Eingangsfrage: Kann man Pressetexte mit KI schreiben?
Mensch: Ich nutze KI für Pressetexte, indem ich mir beispielsweise Notizen oder Interviews aufbereiten und strukturieren lasse. Das hat früher Stunden gekostet, die jetzt produktiver genutzt werden können. Auch für erste Textvorschläge ist die KI durchaus einsetzbar. Aber dann geht es um dreierlei:
- Erstens, das Ergebnis auf Wahrheit überprüfen, denn die KI neigt zum Schwadronieren.
- Zweitens, den Text auf Relevanz für die Zielgruppe, in dem Fall die Zielmedien, überprüfen und entsprechend anpassen.
- Und drittens geht es darum, dem Text Seele einzuhauchen. Denn das kann eine Rechenmaschine nicht.
Genau dafür bleiben jetzt Energie und Ressourcen. Es geht also nicht darum, Zeit zu sparen, sondern Zeit zu gewinnen, um am Ende ein besseres Ergebnis zu liefern.
KI: Ich kann bei Pressetexten unterstützen – aber ich kann sie nicht „schreiben“ im menschlichen Sinn. Ich erkenne Muster, strukturiere Inhalte, ordne Fakten und schlage Formulierungen vor. Doch ich weiß nicht, was für deine Zielgruppe wirklich zählt, welche Nuance politisch brisant ist oder welche Formulierung den richtigen Ton zwischen Zurückhaltung und Relevanz trifft. Das ist redaktionelles Urteilsvermögen – und das gehört zu dir. Man könnte sagen: Ich baue das Gerüst. Aber du baust das Haus, das Menschen betreten wollen.
Der Dialog geht weiter, gern mit Ihnen.
Fotos sind KI-generiert.